Tutorial: in 5 Schritten zur individuellen Ärmelmanschette

von | Feb 20, 2020 | Schnittkonstruktion | 0 Kommentare

In dieser Woche habe ich das wunderbare #peppermintwraptop von In the folds genäht, ein FREEBOOK ! für das ebenso wunderbare Peppermint Magazin. Das Wraptop ist ein schönes schnelles Projekt mit unglaublichem Tragekomfort (kleiner Tip: eine Nummer kleiner nähen, als die Maßtabelle es hergibt, sonst fällt es sehr oversized aus!). Es hat 3/4 lange weite Ärmel, die zwar sehr bequem sind, doch wollte ich sie gern um eine enger anliegende Manschette ergänzen.

Vielleicht hast auch Du schon einmal ein Kleid, eine Bluse oder eine Jacke genäht, deren Ärmelabschluss dir nicht 100% gefallen hat? Hier zeige ich Dir in 5 Schritten, wie Du deinen Schnitt um eine Manschette ergänzt.

1. Position, Größe und Umfang festlegen

Position:
Wo soll deine Manschette ansetzten? Relativ schmal am Ende des Ärmels und mit nur einem Knopf zu schließen? Das wäre zum Beispiel eine tolle Ergänzung für eine Jeansjacke. Oder möchtest Du dem weiten Ärmel deines Kleides ein bisschen „bauschiges Volumen“ durch Einkräuselung und eine Formmanschette verleihen? Vielleicht war der Ärmelschnitt ja auch einfach ein bisschen zu kurz für deine Proportionen und du möchtest einen individuellen Abschluss hinzufügen?
Ich habe wie gesagt dem weiten 3/4 Ärmel das fehlende Viertel durch die Manschette ergänzt, bei einem vorhanden langen Ärmel musst du das Maß deiner Manschette wieder abziehen (Nahtzugabe einberechnen!)

Größe:
Ich habe also die fehlenden Zentimeter des Ärmels bis zum Handgelenk im angezogenem Zustand abgemessen, das waren in dem Fall 10cm, somit steht schon mal die Höhe. Dazu kommen noch 1cm Nahtzugabe oben und unten = 12cm.

Umfang:
Ich habe meine Manschette relativ locker sitzend konstruiert, weil ich mir überlegt habe, dass ich sie im geschlossenen, also zugeknöpften Zustand hochschieben möchte, faule Socke die ich bin. Darum habe ich den breitesten Punkt meines Unterarmes gemessen, noch einmal 1cm Bequemlichkeits- + Nahtzugabe + einen Übertritt (die Knopflöcher liegen über den Knöpfen) hinzugerechnet und damit meinen Manschettenbreite festgelegt = 29 cm. Ich habe sie gerade konstruiert, was wirklich die einfachste und schnellste Methode ist. Es gibt aber außerdem noch die Formmanschette, die zum Handgelenk schmaler ausläuft, sowie verschiedene Manschetten Formen, z.B. die Pfeilmanschette (der Aufschlag läuft in Form eines Pfeiles aus) oder die Umschlagmanschette (die Manschette ist doppelt so hoch und wird hochgeschlagen). Mein Beispiel ist eine Sportmanschette und damit die gängigste Form. Ich habe lediglich zwei Ecken abgerundet, um die Manschetten nicht allzu steif wirken zu lassen und sie dem Stil des Wraptops anzupassen.

2. Zuschnitt

Für die zwei Manschetten brauchst du jetzt 4 Teile aus dem Oberstoff – oder vielleicht möchtest Du noch einen Akzent durch einen Kontraststoff auf den Innenseiten setzen? Und 2 Teile Vlieseinlage. Diese sollte nicht zu fein sein, denn sie verleiht nicht nur den Manschetten Stand sondern stützt vor allem auch die Knopflöcher. Außerdem brauchst du 2 quer zum Fadenlauf zugeschnittene Streifen von 1,2-3,5cm Breite und mindestens 20cm Länge für das Ärmelschlitzeinfassband.

3. Ärmelschlitz positionieren, einfassen
Ich habe den Ärmelschlitz 5cm von der Ärmelnaht positioniert, jeweils auf der Seite die vom Körper weg zeigt. 8cm habe ich hier vorsichtig und exakt eingeschnitten. Nun kannst Du den Einfassstreifen rechts auf rechts im mit 6mm annähen, wobei ich zur Mitte hin schmaler werde, der Angelpunkt sollte mit 1mm getroffen werden. Hier lässt Du die Nadel stecken und wendest den Schlitz, um den zweiten Schenkel wieder von dem 1mm zu 6mm auslaufen zu lassen. Nun wird das Band glatt gebügelt und umgeschlagen. Bei der Breite von 1,2mm drehst du den Schlitz komplett auf die linke Seite, bei der Breite von 3,5cm kannst noch einmal 6mm umbügeln und steppst dann knappkantig von vorn über das Einfassband. Die Mitte des Schlitzes wird mit zwei diagonalen Stichen gesichert, damit er sich nicht herausrollt.

4. Ärmelumfang auf die Länge der Manschette kräuseln

Ein voluminöser Effekt wird erzielt, wenn der Ärmelumfang sehr viel größer als der Manschettenumfang ist. Auch für den Ausgleich kleinerer Differenzen empfiehlt es sich, mit einem Heftfaden oder sehr großen Steppstich den Ärmelumfang auf die Breite der Manschette anzupassen.
Je zwei Manschettenteile werden jetzt rechts auf rechts zusammengenäht, 1 cm bleibt an der oberen Kante jeweils offen. Diesen Zentimeter bügelst du jetzt nach innen und setzt ihn jeweils erst außen rechts auf rechts an, im zweiten Schritt schlägst du ihn nach Innen ein und steppst von Außen im Schatten der Naht, wobei du die linke Seite mit festnähst.

5. Knopflöcher und Knöpfe annähen

Positioniere probehalber 1,2 oder 3 Knöpfe pro Übertritt der Ärmelmanschette um sie in der richtigen Proportion zu wählen. Ich habe hier eine fertige Manschettenhöhe von 10cm und Knöpfe von 1,2cm Umfang, weshalb mir zwei Knöpfe absolut ausgereicht haben. Ich habe sie bei 4cm und 8cm platziert und die Knopflöcher vertikal genäht. Mit einem Marker habe ich die Position auf den Untertritt übertragen und dort meine Knöpfe angenäht.

Hier siehst Du noch einmal die Variante eingefasster Ärmelschlitz und Formmanschette mit runden Ecken.

Fertig ist dein individueller Ärmelabschluss in Form einer Manschette! Schreib mir doch gern, für welche Variante Du dich entschieden hast und welches Kleidungsstück du damit ergänzt hast!

Liebe Grüße, Lotta!

Hello

Ich bin Lotta

Ich teile mit Dir das schönste Hobby der Welt und zeige Dir hier meinen selbstgenähten Kleiderschrank. Ich würde mich freuen wenn er Dir ein Anstoß und eine Inspiration ist und Du demnächst mal wieder auf einen Kaffee vorbei schaust, denn ich freue mich besonders auf den Austausch mit Dir!

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