Fehler, Fehler, Fehler

von | Nov 27, 2019 | Schnittkonstruktion | 0 Kommentare

Der erste richtige Post und gleich ein negativer? Nein!

Ich möchte Dir gern erzählen, was ich in den letzten Jahren dazugelernt habe und welche 5 Fehler ich hätte vermeiden können, vielleicht findest Du dich ja darin wieder und ziehst noch rechtzeitig die Notbremse!

1. Stoffe, Stoffe, Stoffeeeeeeee!!!

Oh! Blümchen! Roter Satin! Super echt aussehendes Kunstleder! Und das im ANGEBOT!
Nein! Ich trage keine Blümchenkleider, egal wie niedlich das Muster ist, den roten Slipdress habe ich nie genäht, weil mir der Stoffrest im Angebot 30 cm zu kurz ist und sowieso: wann hätte ich je einen roten Slipdress tragen sollen? Und das Kunstleder? Hat auch nach drei Jahren noch einen chemischen Eigengeruch, von dem ich Kopfschmerzen kriege und ich keine Ahnung, was ich daraus machen soll. Sah aber alles erstmal gut aus.
Gerade am Anfang war ich von so vielen Ideen im Kopf und so unwahrscheinlich tollen Deals in Stoffläden geblendet und habe gehortet, gehortet und wenig genäht, weil ich noch viel zu wenig Erfahrung hatte und viel zu viel schief ging. Der Stoffberg hat mich unter Druck gesetzt, weil ich doch auch in ein paar edle Stöffchen investiert hatte, an die ich mich mit meinen Skills noch nicht ran traute und ein paar viele andere Stoffe, zu denen ich kein Projekt fand. Das hatte zur Konsequenz, dass ich während meiner Ausbildung eigentlich nichts für mich genäht habe und wenn dann nur aus diesem Ikea Bomull Dummys hergestellt habe um die Modifizierungen zu erlernen – nichts tragbares also. Ich hatte angefangen, Familie und Freunden kleine Projekte wie Utensilos, Taschen, Augenkissen und Rucksäcke zu nähen und konnte somit meinen bunt gemusterten Stapel nach und nach abbauen. Eine Erleichterung!

Fazit: Kaufe Stoffe projektbezogen und horte nicht lauter Schätze die versinken!

2. Ich nähe meine Konfektionsgröße

Halt! Stop! Neeein! Nur weil die eine Größe in den meisten Fast Fashion Läden gut sitzt, heißt das noch lange nicht, dass das meine Größe für den Burda-Schnitt ist. Oder für den PaperCut Schnitt oder gar für den von Republique de Chiffon! (Letzteres vor allem, weil Französinnen einfach insgesamt unverschämt viel zierlicher sind als wir.) Wir haben nunmal keinen ideal proportionierten Körper und deshalb ist es gut möglich, um die Brust eine 34, um die Taille eine 38 und um die Hüfte eine 40 zu tragen, denn das hängt immer von der Maßtabelle des jeweiligen Schnittmusterherstellers ab. Weshalb es wichtig ist, vor JEDEM! Schnitt eines bis dahin unbekannten Schnittmusterherstellers die eigenen Maße neu zu vergleichen und einzuordnen.

Fazit: Wenn ich mir die Arbeit machen die perfekte Hose zu nähen, muss sie auch perfekt sitzen! Also nehme ich mir heute die Minuten meine Maße mit der Maßtabelle zu vergleichen und den Schnitt anzupassen. Wie das geht, werde ich dir in der Schnittkonstruktion erklären.

3. Ich brauche eine fancy Nähmaschine!

Ich habe mir das Nähen auf einer Maschine aus dem Discounter beigebracht, so ein Plastikklotz, wie er schon unter vielen Weihnachtsbäumen stand. Das war total in Ordnung und auch zielführend. Mit dem Beginn der Ausbildung wollte ich unbedingt eine neue, wertige, „professionelle“ Nähmaschine und habe sehr viel Geld für eine Pfaff auf den Tisch gelegt. Die war neu und schwer, also wertig, und hoch professionell weil sie x verschiedene Stiche hat. Ich nähe darauf bis heute, habe aber noch nie mehr als ca. 8 verschiedene Stiche benutzt. Für einen Nähtrefftransport wäre sie mir zu schwer, das ist schade.
In der Ausbildung habe ich die Industrienäher lieben gelernt, die nur gerade nähen, einen Kniehebel und einen Fadenabschneider besitzen. Simpel und ausreichend. Zukünftig wird das oder eine adäquate computergesteuerte Maschine mein Arbeitsmittel.

Fazit: Nicht immer ist mehr besser. Überlege Dir genau, welche Funktionen du tatsächlich benötigst, bevor Du in eine gute Nähmaschine investierst!

4. Ein Schnittmusterzeitschriftenabo

… habe ich nie gehabt. Aber ich habe mir einmal über Ebay die Jahresausgabe von 2014 der Burda Style ersteigert, später noch aktuelle Ausgaben dazu gekauft und festgestellt, dass sich die Modelle in nur geringen Variationen über die Jahre wiederholen. Und so viele Modelle werde ich in meinem Leben nie nähen können. Nicht nur in der Burda, letztlich kopieren sich ja alle Zeitschriften gegenseitig. Besonders spannend finde ich auch mittlerweile die kleinen Indie-Labels, auf die man via Instagram stößt. Auch wenn diese natürlich etwa so viel wie eine Zeitschriftenausgabe kosten, kauft man doch ein wohl durchdachtes Produkt, dass außerdem von einigen Probenäher*innen noch einmal auf Herz und Nieren getestet worden ist. Eine andere Alternative sind die unzähligen Freebies/ Freebooks, also die kostenlosen Schnittmuster, das Internet ist voll davon!

Fazit: Suche gezielt nach Schnittmustern, die Du nähen möchtest, als Inspirationsquelle sind Instagram und Pinterest besser als ein Abo des immer gleichen Labels und damit auch kostengünstiger!

5.

Hello

Ich bin Lotta

Ich teile mit Dir das schönste Hobby der Welt und zeige Dir hier meinen selbstgenähten Kleiderschrank. Ich würde mich freuen wenn er Dir ein Anstoß und eine Inspiration ist und Du demnächst mal wieder auf einen Kaffee vorbei schaust, denn ich freue mich besonders auf den Austausch mit Dir!

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